Zusammenfassung
Statistische Netzwerkmodelle sind zu beliebten Werkzeugen für die Analyse multivariater psychologischer Daten geworden. In der empirischen Praxis werden Netzwerkparameter häufig als Ausdruck kausaler Beziehungen interpretiert – ein Ansatz, der als eine Form der Kausalentdeckung (causal discovery) charakterisiert werden kann. Neuere Forschung hat gezeigt, dass ungerichtete Netzwerkmodelle als Werkzeuge zur Kausalentdeckung im Kontext der Entdeckung azyklischer kausaler Strukturen wahrscheinlich schlecht abschneiden – eine Aufgabe, für die zahlreiche alternative Methoden verfügbar sind. Allerdings sind azyklische kausale Modelle für viele psychologische Phänomene, wie etwa Psychopathologien, vermutlich ungeeignet, da diese oft durch Zyklen oder Rückkopplungsschleifen zwischen Symptomen gekennzeichnet sind. Eine Reihe von Methoden zur zyklischen Kausalentdeckung wurde entwickelt, weitgehend in der informatikwissenschaftlichen Literatur, doch sie sind weniger gut untersucht oder in der empirischen Praxis weniger verbreitet angewandt. In dieser Arbeit bieten wir empirischen Forschenden eine zugängliche Einführung in die Grundlagen der zyklischen Kausalentdeckung. Wir untersuchen drei verschiedene Methoden der zyklischen Kausalentdeckung und prüfen ihre Leistungsfähigkeit in typischen psychologischen Forschungskontexten mittels einer Simulationsstudie. Zudem demonstrieren wir die praktische Anwendbarkeit dieser Methoden anhand eines empirischen Beispiels und schließen die Arbeit mit einer Diskussion darüber ab, wie die aus der zyklischen Kausalentdeckung gewonnenen Erkenntnisse mit der statistischen Netzwerkanalyse zusammenhängen.Zentrale Erkenntnisse
- Die psychologische Forschung sollte über die Annahme einfacher azyklischer Ursache-Wirkungs-Beziehungen hinausgehen und stattdessen zyklische kausale Modelle in Betracht ziehen, die die Rückkopplungsschleifen und reziproken Beziehungen berücksichtigen, welche in psychologischen Phänomenen häufig vorkommen.
- Diese Arbeit gibt einen Überblick über modernste Methoden zur Kausalentdeckung aus rein beobachtenden Daten und bewertet diese – eine zentrale Aufgabe, wenn eine experimentelle Manipulation nicht möglich ist.
- Simulationsstudien zeigen, dass eine autoregressiv basierte (AR-basierte) Methode der vielversprechendste Ansatz ist und FCI-Varianten sowie LV-basierte Methoden in ihrer Fähigkeit übertrifft, zyklische kausale Strukturen aus psychologisch plausiblen Daten präzise zu entdecken.









) in the graph. As a result, the Markov equivalence class tends to be relatively large.



simulation design, with each combination of factors (except for N) yielding a unique model structure. Note that the edge between X1 and X2 (long-dashed line — —) in the 5-variable models (top row) is only present in the conditions without a latent confounder.






