Zusammenfassung
Bayes'sche Gauß'sche graphische Modelle (Bayesian Gaussian Graphical Models, BGGMs) sind Werkzeuge von wachsender Popularität und Bedeutung in der Netzwerk-Psychometrie und der probabilistischen graphischen Modellierung. Einige der bestehenden Modelle sind jedoch aus unterschiedlichen Modellierungsprinzipien abgeleitet, die Erweiterungen und Kombinationen zu neuen Modellen nicht ohne Weiteres ermöglichen. Konkreter ausgedrückt: Die Implementierung mancher Modelle ist möglicherweise nicht flexibel genug, um verschiedene Priori-Verteilungen oder Likelihoods zu prüfen. In diesem Beitrag stellen wir einen neuen Ansatz für BGGMs vor, der diese Einschränkung überwindet, indem er die Schätzung regularisierter partieller Korrelationen zwischen beliebigen Arten von Variablen ermöglicht und zugleich einen intuitiven Ansatz zur Entscheidung über die Priori-Verteilungen bietet. Unser Ansatz beruht auf der Verwendung einer Transformation der unteren Diagonalwerte der Cholesky- (oder LDL-)Zerlegungsmatrix als Parameter der Modelle, die jede um Null zentrierte symmetrische Verteilung als Priori aufnehmen sowie Moderatoren einbeziehen können. Wir haben das R-Paket gbggm entwickelt, um einige auf diesem Ansatz basierende Modelle zu implementieren, und die Möglichkeiten des Ansatzes werden anhand einer illustrativen Simulation und eines empirischen Beispiels aufgezeigt. Dieser neue Ansatz erweitert das Anwendungsspektrum und verbessert die Flexibilität von BGGMs, wodurch sie in einer Vielzahl von Kontexten nützlicher werden.Wesentliche Erkenntnisse
- Ein neuer, verallgemeinerter Ansatz für Bayes'sche Gauß'sche graphische Modelle (BGGMs) wird vorgestellt, um die mangelnde Flexibilität bestehender Modelle in der Netzwerk-Psychometrie zu überwinden.
- Die Methode verwendet eine Transformation der Cholesky- (oder LDL-)Zerlegungsmatrix, die eine größere Flexibilität bei der Prüfung verschiedener Priori-Verteilungen und Likelihoods für regularisierte partielle Korrelationen ermöglicht.
- Dieser Ansatz erweitert die Anwendung von BGGMs, indem er die Schätzung von Korrelationen über verschiedene Datentypen hinweg (z. B. binär, ordinal, kontinuierlich) ermöglicht und die Modelle so vielseitiger für eine Vielzahl von Forschungskontexten macht.













