Zusammenfassung
Intensive Längsschnittdaten sind zu einem gängigen Datentyp über psychologische Disziplinen hinweg geworden. Ein zentrales Problem bei der Analyse solcher Daten ist die Trennung von Effekten innerhalb der Person (within-person) und zwischen den Personen (between-person). Dieses Problem ist gut untersucht für den Effekt von Zwischen-Personen-Effekten (z. B. variierende Achsenabschnitte) auf Innerhalb-Personen-Parameter (z. B. cross-lagged Effekte). In diesem Beitrag erörtern wir einen weniger beachteten Effekt von Innerhalb-Personen-Korrelationen auf Korrelationen zwischen personenweisen Mittelwerten. Anhand von Simulationen und einer analytischen Herleitung zeigen wir, wie beobachtete Korrelationen zwischen personenweisen Mittelwerten eine Funktion sowohl der Zwischen-Personen-Korrelationen in der Population als auch der Innerhalb-Personen-Korrelationen sind. Dies hat Implikationen für die Interpretation statistischer Zusammenhänge zwischen personenweisen Mittelwerten, beispielsweise wenn diese direkt aus den Daten geschätzt werden oder im Rahmen schrittweiser Ansätze zur Schätzung von mehrebenen-vektorautoregressiven Modellen, wie etwa im populären R-Paket mlVAR. Wir diskutieren Implikationen für die angewandte Forschung sowie mögliche Strategien, um dieses Problem zu vermeiden.Zentrale Erkenntnisse
- Bei intensiven Längsschnittdaten ist die Verwendung personenweiser Stichprobenmittelwerte zur Schätzung von Zwischen-Personen-Effekten (z. B. Korrelationen zwischen stabilen Traits) eine gängige, jedoch potenziell fehlerhafte Praxis, da diese Schätzungen durch Innerhalb-Personen-Dynamiken (z. B. tägliche Schwankungen) verzerrt sein können.
- Die Untersuchung zeigt anhand von Simulationen und einer analytischen Herleitung, dass beobachtete Korrelationen zwischen personenweisen Mittelwerten eine Funktion sowohl der wahren Zwischen-Personen-Korrelation als auch der Innerhalb-Personen-Korrelationen sind, was bedeutet, dass eine Korrelation zwischen zwei Traits auftreten kann, selbst wenn auf der Zwischen-Personen-Ebene tatsächlich keine besteht.
- Diese Verzerrung ist am stärksten, wenn die Anzahl der Messzeitpunkte pro Person gering ist, die Zwischen-Personen-Varianz klein ist und die Innerhalb-Personen-Effekte stark sind; um dies zu vermeiden, empfehlen die Autoren die Verwendung von Methoden, die Innerhalb- und Zwischen-Personen-Effekte in einem einzigen Schritt gemeinsam schätzen, wie etwa das Dynamische Strukturgleichungsmodell (DSEM).















