Zusammenfassung
Bayesianische Analysemethoden stellen einen bedeutenden Fortschritt in der Netzwerkpsychometrie dar, indem sie es Forschenden ermöglichen, den Kanten-Einschluss-Bayes-Faktor (edge inclusion Bayes factor) zur Prüfung der bedingten Unabhängigkeit zwischen Variablenpaaren im Netzwerk zu verwenden. Die Anwendung dieser Methodik erfordert die Festlegung von A-priori-Verteilungen für die Netzwerkparameter sowie für die Netzwerkstruktur. Der Einfluss beider A-priori-Verteilungen auf den Einschluss-Bayes-Faktor ist jedoch bislang wenig untersucht. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf eine spezifische Klasse von Markov-Random-Field-Modellen für ordinale und binäre Daten. Zunächst erörtern wir die verschiedenen Möglichkeiten der Wahl von A-priori-Verteilungen für die Netzwerkparameter und die Netzwerkstruktur und führen anschließend eine umfangreiche Simulationsstudie durch, um die Sensitivität des Einschluss-Bayes-Faktors gegenüber diesen Verteilungen zu bewerten. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dabei dem Einfluss der Skala der A-priori-Verteilung auf den Einschluss-Bayes-Faktor. Um die Zugänglichkeit der Ergebnisse zu verbessern, stellen wir zudem eine interaktive Shiny-App bereit. Schließlich präsentieren wir das R-Paket simBgms, das Forschenden ein benutzerfreundliches Werkzeug an die Hand gibt, um eigene Simulationsstudien für Bayesianische Markov-Random-Field-Modelle durchzuführen. All dies soll Forschenden dabei helfen, fundiertere, evidenzbasierte Entscheidungen zu treffen, wenn sie sich auf die Analyse empirischer Daten mit netzwerkpsychometrischen Modellen vorbereiten.Zentrale Erkenntnisse
- In der Bayesianischen Netzwerkpsychometrie hat die Wahl der A-priori-Verteilungen sowohl für die Netzwerkstruktur als auch für deren Parameter einen erheblichen Einfluss auf den Kanten-Einschluss-Bayes-Faktor, der zur Prüfung der bedingten Unabhängigkeit zwischen Variablen verwendet wird.
- Diese Untersuchung zeigt, dass die Skala der A-priori-Verteilung für partielle Korrelationen ein kritischer Parameter ist, da bereits geringe Variationen die Sensitivität des Bayes-Faktors und seine Fähigkeit, zwischen dem Vorhandensein und dem Fehlen einer Kante zu unterscheiden, erheblich verändern können.
- Die Ergebnisse liefern anwendungsorientierten Forschenden entscheidende Anhaltspunkte dafür, wie fundierte A-priori-Entscheidungen getroffen werden können, was dazu beiträgt, irreführende Schlussfolgerungen zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Evidenz für oder gegen eine bestimmte Netzwerkstruktur robust ist.






















