Zusammenfassung
Die jüngste autoritäre Rhetorik in den Vereinigten Staaten überrascht viele, die zuvor der Ansicht waren, dass die US-amerikanische Demokratie gesichert sei. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler argumentieren jedoch, dass die US-Demokratie niemals in dem Maße stabil gewesen ist, wie viele glauben. In diesem Beitrag verwenden wir eine Synthese von Perspektiven, die von der Critical Race Theory, kritischen und kulturellen Psychologien sowie der Forschung zum kollektiven Gedächtnis geprägt sind, um darauf aufmerksam zu machen, wie die farbenblinde Unkenntnis der Vereinigten Staaten gegenüber der Geschichte des Rassismus die Wahrnehmung der Demokratie als unfehlbar prägt. Anhand historischer Fallstudien heben wir hervor, wie die USA aus der Perspektive von People of Color eine lange Tradition des Autoritarismus aufweisen und wie die Unkenntnis dieser Vergangenheit die USA gegenwärtig anfällig für autoritäre Rhetorik macht. Wir legen dar, dass Narrative kritischer Geschichte, die mehrheitszentrierte Perspektiven herausfordern, diese Rhetorik durchbrechen können. Abschließend erörtern wir die Bedeutung des Wissens über die Rassengeschichte, um deutlich zu machen, inwiefern die Behandlung von POC niemals demokratisch war und wie dieses Wissen Widerstand sowie neue Konzeptualisierungen einer rassenbewussten Demokratie inspirieren kann.Zentrale Erkenntnisse
- Der Beitrag argumentiert, dass die US-Demokratie durch die Linse von Race betrachtet seit Langem autoritäre Merkmale enthält. Gestützt auf die Critical Race Theory, die Theorie der sozialen Dominanz und die System-Justification-Theorie zeigt er, wie Politiken wie Jim Crow sowie durch legitimierende Mythen gerechtfertigte Hierarchien eine autoritäre Herrschaft über People of Color normalisierten.
- Farbenblinde Ideologie und selektives kollektives Gedächtnis schaffen kulturelle Affordanzen, die rassistische Geschichten verschleiern und die Öffentlichkeit empfänglicher für autoritäre Narrative machen. Belege umfassen Auslassungen in Lehrplänen, geringes staatsbürgerliches Wissen (nur 36 % konnten alle drei Regierungsgewalten benennen) sowie Forschung, die die autoritäre Persönlichkeit mit der Befürwortung von Farbenblindheit und der Überzeugung verknüpft, marginalisierte Gruppen seien „zu aufdringlich“.
- Kritische Rassengeschichten können Sündenbockmechanismen und autoritäre Nostalgie durchbrechen, indem sie marginalisierte Gruppen nicht als Bedrohungen, sondern als Beitragende und Opfer von Ausgrenzung neu rahmen. Befunde im Einklang mit der Marley-Hypothese zeigen, dass die Auseinandersetzung mit rassistischen Geschichten die Erkenntnis erhöht, dass Rassismus fortbesteht; Migrationsdaten zeigen keinen Anstieg der Gewaltkriminalität durch Einwanderung, während 70 % der in Mexiko beschlagnahmten Schusswaffen (2014–2018) in den USA hergestellt wurden.

