Zusammenfassung
Eine Erwiderung auf die Darstellung des Salatbar-Extremismus von Horgan und Shayler. Sie stellen den Salatbar-Extremismus als ideologisch dar, doch neue Formen des Extremismus sind weniger mit Ideologie befasst als vielmehr mit Gewalt um ihrer selbst willen. Extremisten in diesem Sinne sind auf Gewalt fixiert, die einige von ihnen als nicht-instrumentell wertvoll betrachten. Diese Art von Extremismus findet in der Taxonomie von Horgan und Shayler keinen Platz.Wichtigste Erkenntnisse
- Der Beitrag stellt die seit langem bestehende Annahme infrage, dass jeder Extremismus ideologisch motiviert sei. Cassam argumentiert, dass manche Personen echte Extremisten sind, deren Gewalt keinerlei ideologischen Zweck verfolgt, was bedeutet, dass die einflussreiche von Horgan und Shayler (2026) vorgeschlagene Taxonomie eine ganze Kategorie von Extremisten unberücksichtigt lässt.
- Es wird eine zentrale Unterscheidung getroffen zwischen „Wertextremisten“ (jenen, die Gewalt als an sich gut betrachten) und „gewaltfixierten Personen“ (violence fixated individuals, VFIs), die psychologisch auf Gewalt um ihrer selbst willen fixiert sind. Am Fall von Axel Rudakubana, der 2024 in Southport drei Kinder tötete, zeigt der Autor, dass Polizei, der Prozessrichter und die Southport-Untersuchung (2026) übereinstimmend feststellten, dass es keine Belege für eine politische, religiöse oder rassistische ideologische Ursache gab.
- Der Autor legt vier notwendige Bedingungen dar, damit ein Überzeugungssystem als „Ideologie“ gelten kann — Gegenstandsbereich, Allgemeinheit, Verflochtenheit und erklärender Anspruch — und zeigt, dass eine bloße Verpflichtung auf den Wert der Gewalt diese nicht erfüllt. Dies unterscheidet Extremisten „ohne Ursache“ wie Rudakubana von ideologisch getriebenen Terroristen wie Usman Khan und erklärt, wie jemand ein gewalttätiger Extremist sein kann, ohne nach britischem Recht ein Terrorist zu sein.











